Informationen für Segler, Charterer und Motorbootfahrer
Hier beschreiben wir alles Informative für Leute, die die Balearen mit dem Schiff bereisen, es gibt aber auch einige
allgemeine Hinweise
zu den Balearen die sowohl normale Urlauber, als auch Charterer, Urlaubssegler und Fahrtensegler interessieren dürften.
Ankermethoden
Ein-/Ausklarieren
Überwinterungsmöglichkeiten
Wetter auf den Balearen
Ankermethoden
Wie im Mittelmeer üblich, wird in den Häfen "römisch-katholisch" mit dem Heck zur Pier angelegt.
Die Marinas verfügen über Moorings, die zumeist am Bug belegt werden, manche Segler legen auch lieber mit Bug zur Pier an und belegen dann am Heck.
In Fischerhäfen wird zumeist mit dem eigenen Anker geankert und dann mit Leinen an Land festgemacht. Hierbei ist immer zu bedenken, dass der Anker durch alte Ankergeschirre oder alte Mooringleinen in den Häfen unklar kommen kann.
In den zumeist sandigen Buchten wird auf den Balearen in 90% der Fälle frei geankert, lediglich in schmalen Buchten, wie z.B. Cala Pi auf Mallorca empfehlen sich Heckleinen. Sofern Platz vorhanden ist, ist man mit einem Heckanker in Strandrichtung in vielen Buchten auch gut beraten, das zumeist nächtlicher Schwell in die Calas steht. Kann man es also platzmässig verantworten, so empfehlen wir den Bug Richtung Buchtausgang und den Heckanker auf den Strand zu plazieren.
Ein-/Ausklarieren
Das Ein- und Ausklarieren ist für den Wassersportler Pflicht, sofern er nicht EU-Bürger ist und von einem anderen EU-Land kommt.
Nicht EU-Bürger melden sich bei Hafenmeister, der zumeist bei den Formalitäten behilflich ist. Für den EU-Bürger genügt das Vorhandensein eines gültigen Personalausweises.
Mitgeführt werden sollte in jedem Fall ein gültiges Schiffspapier, in Form des internationalen Bootscheines oder des Flaggenzertifikates oder des Standerscheins vom TO, der die Besitzverhältnisse nachweist, sowie der Nachweis über die entrichtete Mehrwertsteuer bzw. einen Nachweis über die Befreiung zur Zahlung derselben.
Überwinterungsmöglichkeiten
Wo man auf den Balearen überwintert, bestimmt der Geldbeutel und ob man auf dem Schiff leben will, oder es nur bis zur nächsten Saison "parkt".
Lässt man sein Schiff über Winter alleine, so frage man in einer Marina seiner Wahl nach Wasser- bzw. Trockenplätzen an.
Die Preise sind in den letzten Jahren explosionsartig angestiegen. Wir können dies anhand der Preise, die man uns für unsere Veligandu, ein Katamaran mit den Ausmassen 11.30x4.95, gemacht hat, belegen: zahlten wir in Puerto de Alcudia in den Jahren 1994 und 1995 noch pro Jahr 7000 DM für den Ganzjahresplatz, so bot uns der Hafenmeister im Jahr 1999 einen Jahresplatz für 28.000 DM an. Den Winterpreis für 6 Monate beschied er mit 12.000 DM......
Unsere Anfrage datierte allerdings im Frühjahr, was zugegebenermassen ungeschickt ist. Besser ist es, kurz vor dem Winter anzukommen und dann zu verhandeln, die Position ist dann wesentlich besser.
Dennoch liegen die Preise in astronomischen Höhen.
Eine gute Alternative zu Mallorca ist derzeit noch Menorca, wo man in Häfen wie Mahon oder Puerto de Addaya noch annehmbare Preise bekommt.
In Mahon wende man sich diesbezüglich an die Firma Ribera S.L., diesowohl die Inhaberin der ausgelegten Bojen als auch der beiden Plattformen, Isla Cristina und Isla Clementina ist, Faxnr. +34.971.354327 Pedros Boatshop hat ebenfalls Moorings anzubieten, auch hilft er bei einem Platz auf dem Trockenen
Zum überwintern in Menorca, während man auf dem Schiff lebt, ist definitiv eine Sache für Eremiten. Die Insel ist ziemlich tot während des Winters und ohne Bordheizung nur was für Arktisfreaks....
Möchte man auf seinem Schiff überwintern, so bietet sich klimatisch Palma an. Man darf nicht annehmen, auf Mallorca den Winter über Frühlingstemperaturen zu haben, aber Palma ist mit Abstand wärmer, als zum Beispiel Puerto de Alcudia. Im Winter 1998 haben wir zwischen den beiden Ports einen Temperaturunterschied von bis zu 8° gemessen!!
Allerdings ist wie gesagt, Mallorca teuer.
Billiger, aber gebeutelt durch die Nordstürme noch kälter, wird es in Menorca. Wem dies nichts ausmacht, oder wer eine gute Heizung an Bord hat, der kann hier sicherlich seine Bordkasse schonen und dabei doch eine wunderschöne Insel geniessen und in der winterlichen Ruhe kennenlernen.
Dennoch: für den klassischen Fahrtensegler, der, z.B. aus der Türkei kommend, social life in der Wintermarina gewohnt ist, würden wir den Schlag ans Festland empfehlen, da die Marinas auf Mallorca doch im Winter zumeist verlassen sind und nur "Parkplätze" für die Yachten. Natürlich gibt es auch bewohnte Yachten, aber das social life wie im Osten oder z.B. in Aquadulce findet eben nicht statt.
Wetter auf den Balearen
Gute Seemannschaft bedingt tägliches Wetter-hören, in modernen Zeiten auch "lesen". Viefältig sind derzeit die Möglichkeiten: angefangen vom guten alten Radio, wo man Deutsche Welle und, bei entsprechenden Sprachkenntnissen Radio Marseille hört, über Aushänge an den Häfen und Marinas, dem lokalen TV, über SSB (Offenbach) bis hin zu den mannigfaltigen Angeboten auf dem Internet.
Mit letzterem haben wir in den letzten Jahren die allerbesten Erfahrungen gemacht. Via Handy und als Kunde bei Compuserve (mit eigenen Knoten in jedem Land, daher muss kein Auslandsgespräch geführt werden!) laden wir täglich 4-6 verschiedene Wetterdienst und -karten und können uns daraus ein ausserordentlich komplexes Bild der Wettersituation machen.
Da die Adressen der Internetwetterdienste zu häufig wechseln, bieten wir unseren CD-Rom-Nutzern die Möglichkeit, immer aktuelle Adressen von unserer Seite www.sailorsworld.com zu laden.
Dort findet man unter "Wetter" immer die aktuellen Anbieter.
Hier der Vollständigkeit halber und für "Nichtnutzer" des Netzes, die Frequenzen der Radiostationen:
Deutsche Welle, 6.075, 9.545 kHz, 1655 UTC (Sommerzeit eine Stunde vorher)
Radio Österreich, 6.155, 13.730, 15.410 und 17.870 kHz, 1545 UTC (30.3.-31.10.)
Radio Nacional de Espana 585, 729, 738 und 855 kHz, 1000, 1300, 1700, 2100 OT, Sommer 1h früher
France Inter 162 kHz
Radio Marseille 1.242 kHz 1005 und 2005 OT
Mallorca und Menorca bieten normalerweise in den Sommermonaten beständiges Mittelmeerwetter (Ausnahmen wie 2000, mit viel Wind von Lyon und kräftiger Bewölkung bestätigen die Regel...).
Aufgrund der Insellage hat jede Küste ihren eigenen Wind, Kaps verstärken den Effekt. So herrscht in der Bucht von Palma, stabile Wetterlage vorausgesetzt, zumeist ein Südwest in variierender Stärke, über mittag zunehmend und gegen abend wieder einschlafend.
Der vorherrschende Wind ist der Tramontana, ein Nordwind (Mistral in Lyon, Maestral an der Costa Brava) der trocken und kalt von der französischen Küste ins Mittelmeer pfeifft. In Lyon erreicht er zumeist Sturmstärke, auf Menorca kommt auch noch gut ein 7er an, wenn es in Lyon 8-9 hat.
Je weiter man nach Süden vordringt, desto mehr nehmen die Inseln Menorca und Mallorca Wind weg, dennoch ist er immer mit Vorsicht zu geniessen.
Besonders auf Menorca trifft er natürlich mit ungebremster Wucht und macht sich selbst noch in den Südbuchten unangenehm bemerkbar.
Dennoch haben wir ihn speziell im Sommer als nicht unangenehm empfunden (sofern man auf einem sicheren Ankerplatz war!!), bringt er doch kühle, trockene Luft.
Ganz im Gegensatz dazu der heisse, schwüle Südwind, in stärkster Ausführung "Sirocco". Er entsteht, wenn ein Tief entlang der Nordküste Africas ostwärts zieht. Er kündigt sich meist mit einem ockergelbfarbenen Streifen am Horizont an und bringt, sofern er stark genug weht, Saharasand mit, der alles, aber auch alles an Bord und auf Deck gnadenlos versaut. Stundenlange Schrubarbeit ist der Crew danach sicher....
Er startet eigentlich trocken in Afrika, nimmt aber auf seinem Weg übers Meer soviel Feuchtigkeit auf, dass man sich vorkommt wie in einem schlecht gelüfteten Friseursalon.
Rasmus sei Dank hält er meist nicht lange an.
Der Levante ist ein E-Wind und entsteht, wenn ein Tief zwischen den Balearen und Afrika hängt. Er tritt durchschnittlich 8-10 pro Jahr in Sturmstärke auf.
Normalerweise herrschen moderate Winde in der Sommersaison vor, allerdings lässt sich daraus keine Regelmässigkeit ableiten. Die Wetterfrösche haben eine Zahl von rund 70% festgesetzt, während der normalerweise Schwachwind herrscht. Wie überall, so verändert sich aber auch im Mittelmeer das Wetter ständig aufgrund der Beeinflussung durch Umweltverschmutzung, Ozonloch etc.
Man ist immer gezwungen, Wetter zu beobachten, zu hören und auch den Funk nicht ausser Acht zu lassen, umschlagendes Wetter wird per Sturmwarnung über Ch 16 angekündigt und dann auf Arbeitskanälen angesagt. Auch über Navtex werden Sturmwarnungen durchgegeben, nur leider nicht immer rechtzeitig.
Auch die Wolkenbeobachtung kann hilfreich sein, tauchen zigarrenförmige Wolken in wattiger Struktur auf, so ist binnen kürzester Zeit mit einem starken Tramontana zu rechnen, der gleichzeitig die See auf Wellenhöhen von 2-4m auftürmt.
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